Fit wie ein Turnschuh
oder Sporterwärmung für Erwachsene
Die Tür quietschte leise ihren knarzenden Ton, als ich das Tor zur Halle öffnete. Jahrelang schien ihr keiner mehr einen Tropfen vom fettigen Nass spendiert zu haben. Der typische Geruch peitschte mir sogleich ins Gesicht: Eine Mischung aus Reckmetallstangen, muffigen Matratzen, schwülschweißigen Turnschuhen und ungeputztem Gemeinschaftsklo. Toilettenpapier war aus, jedoch lagen auf den Spintschränken einige XXL-Rollen mit leichtem Staub bedeckt. Es war alles wie früher, als ich noch mit quietschenden Schuhen einen Ball vor mir her dribbelte und ihn mit einen Chuit! in den Korb beförderte.
Sport stand auf dem Programm, Fitness. Der Kurs war einigermaßen voll. Mittelalte Frauen trugen emsig wie kleine Ameisen ihre mitgebrachten Yogamatten in die Halle. Alles versammelte sich am Rand, nachdem man mit Ernüchterung in der Umkleidekabine feststellte, dass ungefähr zwei Drittel keine Ahnung hatten, was die gesamte Schar erwarten würde. Neulinge! Die übermütige Vorturnerin schlackerte mit ihren Ärmchen hüpfend in den Raum, bewegte mit viel Elan zwei missmutige Männer dazu, deren Zopf und Hintern zu schwingen und für ihren Ghettoblaster einen Mattenberg in den Raum zu bewegen. 8oer Jahre Mucke schallte dann für eine Stunde aus dem Apparat.
Im Kreis standen wir da, etwas verwundert. Sport im Kreis fand ich komisch. Nun ja. Während ich meine Arm- und Beinkoordination nur mit Müh und Not unter einen Hut bekam und dabei immer wieder auf mein nicht mit Ruhm, sondern Farbe bekleckertes Sportshirt schielte, turnte Madame in der Mitte, motiviert wie nichts Gutes für uns alle vor. „Gesäßhocker nach oben“, und schon kniffen wir unsere Hintern zusammen und reckten sie in die Höhe. Aha, das sollte also die abschließende Entspannung sein. Und dafür hatten die Ameisenfrauen also auch ihre Matten dabei. Die waren dann wohl doch nicht so unwissend wie zunächst gedacht.
Ziemlich ernüchtert, weil irgendwie nur lauwarm und nicht verschwitzt (und vor allem noch bei Bewusstsein und nicht kollabiert vor lauter Fitnessübungen) und mit schlechten Erinnerungen an die damals eigens erdachte Erwärmung für den Sportunterricht, zog ich mich um und radelte nach Hause. Ein Reinfall nach der ersten Ermutigung zur Leibesertüchtigung seit vier Jahren.
Verschwitzt vom Radeln kam ich zu Hause an und machte mir erstmal eine Nutellastulle. Jetzt ist es ja auch wurscht.
1 comment 6. November 2009
Little Lion Man
[…] You’re not as brave as you were at the start
rate yourself and rape yourself,
take all the courage you have left
wasted on fixing all the problems that you made in your own head […]
(Little Lion Man – Mumford & Sons)
*
Los. Anhören. Super finden!
1 comment 3. November 2009
Wässriger Wochenstart
Diesen Montag kann man getrost in die Tonne kloppen. Alle, die sonst immer über jeden Wochenanfang mosern, heute mache ich mit.
Er fing ja noch ganz okay an. Das Toast ist mir nicht verbrannt, ich habe lediglich den Kaffee verschüttet, weil ich mich erschrocken habe, als sich die Katze erschrocken hat. Ein „Murr“ von ihr, ein „Verflucht!“ von mir, wisch weg, alles okay. Der Tag konnte weiter laufen.
Während ich an meinem Toast nagte, hopste mir das andere Kätzchen auf den Schoß. Es war pitschenass, aber macht ja nix. Passiert halt, wenn man im Regen raus zum Pinkeln geht.
Der Weg zur Arbeit war auch noch in Ordnung. Dank des Regencapes benetzten die Tropfen lediglich meine vorderen Haare mit einem Bach aus Wolkenwasser, die Schminke war bei der Ankunft auch fast noch vollständig da, wo sie hingehörte.
Mit zwei, drei Minijobs, schlechter Musik im Ohr und dem Kritzeln von Bären hielt ich mich über Wasser und zeigte der Langeweile eine lange Nase. Gespräche über den mobilen Gesprächskasten, zwei drei Steine sammelten sich in meinem Bauch zu einer elustren Schunkelrunde, und ich versuchte mit mäßigem Erfolg aufsteigendes Salzwasser mit Sprudelwasser wieder wegzuspülen. Ein Perpetuum mobile der Unmöglichkeit könnte man sagen. Vielleicht ersaufe ich mich nachher beim Sport mit meiner Wasserflasche oder ertränke mich in meinem Schweiß.
Wenn der Regen mich dann nach Hause gespült hat, nehme ich einen feuchten Lappen und sage hoffentlich: Schwamm drüber.
5 comments 2. November 2009
Tasty! Tasty!
Es tut mir leid, dass sich hier im Blog schon wieder ein Beitrag ums Essen dreht. Ich glaube, ich sollte mal eine eigene Kategorie dafür anlegen. *g*
Ich habe mich halt irgendwie zum Hausmütterchen entwickelt. Mein Mitbewohner meinte neulich auch zu mir, ich solle demnächst unbedingt Kinder kriegen. Ihm habe der Marmorkuchen (Ha, Marmorkuchen, der einfachste Kuchen der Welt!) so lecker geschmeckt, den müssten kleine Kinder probieren! Pah, dafür setze ich doch keine Kinder in die Welt, nur um meine Backkünste der (WG-)Welt näher zu bringen. So weit kommt es noch!
Nichtsdestotrotz backe ich gerade wahnsinnig gerne, würde am liebsten jede Menge neuer Kuchen ausprobieren. Ich habe mir sogar schon Kuchenformen und Zubehör zu Weihnachten gewünscht, damit ich dieser Passion auch in ordentlichem Maße fröhnen kann. Nur mit einer Springform allein und ein paar Muffinblechen kommt man schließlich nicht weit. Desweiteren ist auch das Kochen gerade eine aufkeimende Leidenschaft meinerseits. Alles will ich selber machen. Was soll ich da mit Suppengrün getrocknet aus der Dose, wenn ich auch frisches vom Markt haben kann? Was soll ich mit all den fix und fertig, das machen wir mal wieder-Tüten, wenn ein Schuss Sahne genügt um eine leckere Nudelsoße zu zaubern.
Ständig treibe ich mich nun also auf diversen Koch- und Backwebseiten rum und wenn ich mir nur die Bilder angucke- aaaah!
Hier habe ich gerade ein Paradies gefunden. Mit 1702 Seiten kann ich da eine Menge toller Essensbilder meinen Augen zum Schmausen anbieten und der Zahn tropft auch schon gewaltig: www.tastespotting.com
3 comments 26. Oktober 2009
Eine Frage der Ehre
„Wie, du hast mich nicht in cc gesetzt?!“, schimpft es hinter mir. „Nee, liegt doch auch alles aufm Server“, meine ich. Ich ernte ein Zucken der Augenbraue, dann wird weitergearbeitet.
Was hat das Internet und die Kommunikation per Email nur aus uns gemacht, dass wir auf solch lapidare Geschichten so empfindlich reagieren? Wenn man bei Twitter entfollowed wird, heißt es dann, dass man auch im wahren Leben nicht mehr miteinander befreundet ist? Wie hat er meinen Satz jetzt in der Email aufgenommen, den ich nicht streng formuliert habe, der aber als scharf von ihm interpretiert werden könnte? Müssen wir uns über Kleinvieh aufregen, weil wir so viel Mist in rauen Mengen haben können? Ich weiß es nicht, ich finde es nur höchst seltsam.
5 comments 21. Oktober 2009
The Candy Man
Who can take a sunrise, sprinkle it with dew Cover it with choc’late and a miracle or two
The Candy Man, oh the Candy Man can
The Candy Man can ’cause he mixes it with love and makes the world taste good
Who can take a rainbow, wrap it in a sigh
Soak it in the sun and make a groovy lemon pie
The Candy Man, the Candy Man can
The Candy Man can ’cause he mixes it with love and makes the world taste good
The Candy Man makes everything he bakes satisfying and delicious
Now you talk about your childhood wishes, you can even eat the dishes […]
(The Candy Man – Sammy Davis Jr.)
*
Ich weiß jetzt schon, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Ach was, zu Weihnachten, zu Ostern, zum Kindertag, zum Jahrestag und zum Nichtgeburtstag wünsche ich mir einen Besuch in der Desserterie „prinsessan“ in Hamburg. Da gibt es nur Desserts!! Nachspeisen- oh, diese wunderbaren Leckerchen aus Schokolade, Sahne, Früchten und Zuckereien. Aww, guckt euch nur mal diese schmackhaften Kuchen und Desserts an:


Man kann sogar Kurse belegen, um solche Köstlichkeiten selbst zu machen. Oder man futtert sich einfach durch die Karte wie im Schlaraffenland. Ein Paradies für alle Schleckermäulchen wie mich. ^^
Zu finden in Hamburg, Hofweg 63.
(Quelle Bilder: welt.de)
13 comments 14. Oktober 2009



