Wenn sich Riesenrad und die Mädels drehn

12. September 2007

Hummel Hummel und Mors Mors
Schreit ein jedes Kind
Auf zum Hamburger Dom!
Wenn die Schausteller wieder in Hamburch sind
Auf zum Hamburger Dom!
Wenn sich Riesenrad und die Mädels drehn
Dann ist der Hamburger Dom so schön! [...]                 (Domsong – Hein und Kuddl)

*

Kirmes? Jahrmarkt? Rummel? Hamburger Dom!! Das bedeutet Karrussels, Zuckerwatte, kandierte Äpfel, Lose, Plüschtiere und jede Menge Spaß!

Der Hamburger und ich waren vor wenigen Wochen auf eben diesem Rummel. Eine spontane Aktion ganz spontan in die Tat umgesetzt. Wir schlenderten also vorbei an den ganzen Ständen mit süßem Kram, um an der ersten Station Halt zu machen: Büchsenwerfen. Der Hamburger versuchte sich daran und war nicht allzu schlecht. Mit vollem Karacho schmetterte er die Bälle gegen die blechernen Dosen- doch drei blieben leider stehen. So gab’s nicht das Riesenplüschtier für mich, sondern er durfte sich etwas in den Kramschachteln aussuchen. Neben dem obszönen Schnickschnack schenkte er mir ein rosanes Mäuschen als Schlüsselanhänger. Es stand mir ausgezeichnet, wie es da so an meiner Hose baumelte. ;)

Damit auch ich richtig in Kirmeslaune kam, musste ich erstmal Wasserbahn fahren. Also meinen Hamburger an die Hand genommen und rein ins Vergnügen! Hach, wie herrlich das spritze und wie hübsch wir beide auf dem Foto lachen!

Mit Adrenalin vollgepumpt und einem Grinsen auf den Lippen ging es weiter. Und dann, da! Da stand es! Groß und hoch ragte etwas von der Erde in den Himmel! Rotierend bewegte es sich! Das Riesenrad!! „Europas größtes“ stand daran und ein Jauchzer entfuhr mir und ich wollte sofort hinein, hinein und ganz nach oben. Hamburg von oben angucken, ja das wäre ein Traum. Romantisch mit verklärtem Blick mit meinem Hamburger in der Gondel sitzen, sich zuzwinkern und die letzten Sonnenstrahlen von ganz ganz oben genießen! Ja, das wollte ich, das wollte ich unbedingt! Und so zog ich dann auch schon an der Hand, aber was war das? Wie ein schwerer Stein hing der Hamburger da mit bleichem Gesicht. Jegliches Blut musste in die Füße gesackt sein und sich dort in Blei verwandelt haben. Er ging keinen Schritt weiter, nur kleine Schweißperlen ronnen die Stirn hinunter und der Dackelblick sagte mir:

„Ich will da nicht hoch!“
„Aber warum denn nicht? Bist du denn kein bisschen romantisch? Magst du deine Stadt denn nicht mal von oben sehen?“
Heftiges Kopfschütteln.
„Och komm schon, bitte!“, sagte ich mit dem unschuldigen Blick eines Engels.
„Ich habe Höhenangst“, sagte der Hamburger mit zartem Stimmchen. „Und was ist, wenn die Gondel abstürzt?!“
„Ach was, die kann gar nicht abstürzen“, erwiderte ich lächelnd. „Und runter gucken musst du auch nicht, dann wird dir sicher nicht schlecht.“

Zweifelnde Blicke, flehende Blicke. Der Kopf wackelte immer noch und sollte mir ein Nein zu verstehen geben. Ich wollte aber unbedingt da hoch. Ich habe das schon so lange nicht mehr gemacht und noch nie war ich auf dem größten Riesenrad Europas! Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen! Ich sammelte also nochmal all meinen Charme, legte ihn mir auf die Zunge und säuselte: „Und, wenn ich es möchte? Und du magst mich doch oder und da willst du bestimmt auch, dass ich glücklich bin. Und ich wäre verdammt glücklich mit dir zusammen dort oben!“ Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, klimperte ich noch ein wenig mit den Wimpern und lächelte wieder engelsgleich.

Und ja, es hat geklappt! Mein Hamburger war ein jetzt ein Stein auf Rollen und so zog ich ihn hinter mir her, stiefelte zur Kasse, stellte uns in die Reihe und strahlte übers ganze Gesicht. Nur der Hamburger Jung an meiner Hand sah immer noch fahl und bleich aus und musste sich ein Lächeln abringen.
Schließlich saßen wir in der Gondel, nicht allein aber wir saßen drin. Leichtes Schaukeln beim Anfahren und hoch hinaus ging es. Mein Herz hüpfte vor Freude. Der Ausblick war phantastisch. Ich hielt den Hamburger fest und er klammerte sich noch fester an mich. Ob er viel von der Sicht mitbekommen hat, wage ich zu bezweifeln. Selbst als ich ihm das Millerntorstadion zeigte, war er eher kleinlaut und keine St. Pauli-Rufe waren von ihm zu hören, wie ich es erwartet hätte.

Die Gondel hielt, wir sind nicht abgestürzt. Nach zwei Runden war es vorbei. Und langsam, ganz langsam kam wieder Farbe in das Gesicht des Hamburgers und er fing allmählich an zu lächeln.
Zur Belohnung ging’s danach auch in die Fünfer-Looping-Achterbahn, wo mir vorher die Knie schlotterten.

Das Gefühlschaos des Hamburgers gibt’s auch zum Nachlesen ^^

Entry Filed under: On The Road, Panik!Panik!, Partypiepel. .

4 Comments Add your own

  • 1. Anika  |  13. September 2007 at 8:50

    auweia, das ist das gemeinste Argument „wenn Du mich wirklich liebst, gehst Du mit mir da jetzt rauf“ auauau ;-))

  • 2. F. Oldörp  |  14. September 2007 at 7:37

    erinnert mich an unsere achterbahnfahrt im disneyland.

  • 3. Kassiopaia  |  14. September 2007 at 9:02

    Denkst du da etwa an die Indiana Jones-Bahn?! *kess grins*

  • 4. F. Oldörp  |  15. September 2007 at 4:34

    nee, an das geisterhaus. hö hö

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