Mixtape

Ein bunter Bandsalat aus der Musikkonserve

Music is the flower of winter

3 Kommentare

Es war gestern ein typischer Herbstabend, kalt, leicht nieselig, neblig. Was passt da besser als ein Konzert der Kings of Convenience!

So fuhren meine Kollegin und ich also durch die Hamburger Herbstnacht zu einem kleinen Fabrikgebäude irgendwo in Hamburg. Kaum angekommen öffneten sich die Türen und wir machten es uns auf der Tribüne bequem. Wir fanden beide, dass man bei dieser ruhigen Musik auch mal im Sitzen genießen dürfe und sich nicht unbedingt mit den eingefleischten Fans vor der Bühne um die besten Plätze rangeln müsse.

Die beiden Norweger kamen mit etwas Verspätung auf die Bühne, nur geschmückt von ihren Gitarren und beleuchtet von zwei Kronleuchtern. Mit ihnen auf der Bühne war zunächst nur ein Klavier und ein paar Barhocker.
Dann legten sie los. Sie zupften, streichelten, klopften ihre Gitarren und ihre Stimmen harmoniesierten so super miteinander, dass man schon beim ersten Lied wegzuschweben begann. Die Tonqualität im Kampnagel war sehr gut, ich hatte das Gefühl die beiden angenehm laut über Kopfhörer zu hören. Das Publikum war sichtlich begeistert. Immer wieder johlten einige auf, riefen ihre Wunschtitel den beiden zu und applaudierten artig nach jedem Lied. Einer pustete sogar kleine Seifenblasen in die Luft. ^^
Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe hatten ihr Publikum im Griff. Erlend fragte die erste Reihe, warum sie lachten. Er vermutete wegen seines Hemdes. Die beiden sahen aber auch ordentlich aus! Erlend wie ein Nerd, der keiner ist, mit dieser komischen großen Brille und den Wuschelhaaren, Eirik ganz brav wie ein Unschuldslamm mit Hemd und Pulli. *g*

Nach ein paar Liedern holten die zwei ihre Mitmusiker auf die Bühne, die auch auf ihren Alben zu hören sind: Einen Geigenspieler und einen Bassisten mit großem Kontrabass. Das gab dem Konzert wie ich fand das besondere Extra. Allein schon durch die Violine wurde so viel Kraft und Spannung hervorgebracht- großartig.

Desweiteren wurde das Publikum mit Anekdoten erheitert („In Italy we’re mainstream, but in Germany we’re… different.“), zum Schnipsen animiert („Just feel free to schnipsen„), zum Pfeifen und singen. Meine Kollegin und ich waren völlig verzückt von diesen beiden überaus sympatischen Männern. Wir hätten sie beide gern zum besten Freund. ^^

Es gab zwei Zugaben. Bei der ersten zupfte Erlend irgendwie unmotiviert an seiner Gitarre rum. Eirik fragte derweil das Publikum nach Liederwünschen. Dann wandte er sich zu Erlend, ob er sich was wünsche (nach eigenen Angaben hatten sie keine Setlist). Keine Reaktion. „Magst du was alleine spielen, Erlend?“ „Oh ja!“, rief er und gab den Abba-Klassiker The winner takes it all zum Besten. Aber wie! Das Publikum hat sich weggeschmissen vor lachen. Total theatralisch und dramatisch, herrlich!

Wir zwei Mädels gingen nach dem Konzert total beseelt und glücklich wieder in die nieselige Herbstnacht. Und jetzt ratet mal, was ich höre, während ich den Artikel schreibe?!

PS: Die Betreffzeile kommt übrigens von Eirik. Ich finde, mit der Aussage hat er vollkommen Recht.

3 thoughts on “Music is the flower of winter

  1. Ach. Wie gerne hätte ich das auch mitgenommen…

  2. Beim nächsten Mal, unbedingt! Soll ich dir vorher bescheid sagen?

  3. hach! wie schön :-)
    ich finde manchmal MUSS man auch einfach sitzen.
    ich empfehle als winterblume auch den wunderbaren william fitzsimmons, der kurz vor weihnachten in unserem städtchen gastiert ;)

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